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Karsten Kraft

Schon als Kind faszinierten mich die Alten Meister wie Rubens, Rembrandt oder die grandiosen Deckengemälde von Tiepolo. Mit zwölf Jahren beschloss ich dann selbst Künstler zu werden und später wie die Impressionisten auf dem Montmatre in Paris zu leben – was leider bis heute nicht eingetroffen ist.

Als ich 16/17 Jahre alt war, wurde in Frankreich der Autorencomic als Neunte Kunst mit neuen Techniken, Stilen und Erzählstrukturen ausgerufen – da wollte ich dann Comic-Zeichner werden. Mich interessierte die Erweiterung des Bildes durch eine Geschichte; mich faszinierten Zeichner wie Möbius, Caza oder auch Kent Williams.

Ich mietete mir eine Mansardenwohnung und arbeitete ein paar Jahre als Autodidakt vor mich hin, merkte dann aber, dass ich doch lieber große Bilder in Öl malen wollte und begann ein Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 wurde ich schließlich zum Meisterschüler im Fach Interdisziplinäre Künstlerische Arbeit ernannt. Seitdem arbeite ich als freier Künstler in Frankfurt und bestreite regelmäßig Ausstellungen im In- und Ausland.

Seit 2010 unterrichte ich das Fach “Anatomie” an der Comicademy. Es freut mich sehr, dass ich wieder etwas mit dem Medium Comic zu tun habe und mein Wissen und meine Erfahrungen in diesem Bereich weiter geben kann.

Die Anatomie ist ein großes Feld und kann sicherlich nicht in wenigen Kursen erschöpfend abgehandelt werden. Ich möchte die Teilnehmer dazu animieren, sich immer wieder damit zu beschäftigen und auch nach der Natur zu arbeiten. Dies sollte die Grundlage sein aus der man seine Figuren entwickelt. Ohne dieses „Fundament“ wird man immer wieder an Grenzen stoßen und nicht das ausdrücken können, was man eigentlich möchte.

Selbst auf der Kunstakademie, wo doch eher abstrakt oder konzeptionell gearbeitet wird, ist der Unterricht im Aktzeichnen fester Bestandteil der Ausbildung. Genauso nimmt dies auch an der Comicademy einen wichtigen Platz in der Ausbildung zum Comic-Zeichner ein.

In diesem Sinne – spitzt Eure Bleistifte und legt los … jeden Tag!